Lilienthalwoche Steutz 2025

Wir sind wieder in Steutz.
Eigentlich gehört in diesen Satz noch ein deutliches „ENDLICH“ hinein – denn schließlich sind wir hier unter Fliegerkameradinnen und -kameraden, alte Freundschaften werden erneuert und neue geschlossen – was kann schöner sein, als mit Leuten, die Ähnliches mögen, eine reichliche Woche Modellflug zu (be)treiben…


Wir, das sind Mathilda, Gabi, Tim (kurz), Tim (lang), Jonathan, Marc, Claus, Uwe und Hartmut aus unserem Verein und gaaanz viele weitere modellflugverrückte Typen aus Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, die sich – wie jedes Jahr – in der Steutzer Elbaue (ein paar Stromkilometer elbabwärts von Dessau) im Landjugendheim des Albert-Schweitzer-Familienwerkes einquartiert (unsere Truppe wohnt wieder in Zelten)
und in der Elbaue eine Wiese von ca. 5 x 2 km² zum „Toben“ haben.
Organisiert hat das alles wieder der Flugmodellsport- und Freizeit-Club Zerbst e.V. unter tätiger Mithilfe weiterer Kameradinnen und Kameraden aus befreundeten Vereinen. Die sportliche Leitung hat wieder Claus übernommen und wird dabei kräftig von Yvette, Vincent und Josie unterstützt.
Neben den üblichen Fachsimpeleien und Geschichten, die im Allgemeinen mit „Weißt Du noch, …“ beginnen, steht aber der Nachwuchs und dessen Hineinwachsen in den Modellflugsport im Vordergrund.
Während die Weltspitze der Fernsteuersegelflieger zur Zeit ein paar hundert Kilometer nördlich von uns, in Tarp an der dänischen Grenze um die Weltmeistertitel in der Klasse F3K (Schleudersegler oder im Flieger-Jargon: Schmeißgeier) kämpft oder sich auf die Reise zur in wenigen Tagen in Nardt bei Hoyerswerda stattfindenden Weltmeisterschaft in der Klasse F3B (Multitask-Segelflug) vorbereitet, macht hier in Steutz der Nachwuchs in den Modellflug-Einsteigerklassen, den Uhu-Klassen die ersten Schritte in Richtung einer künftigen WM-Teilnahme.
Neben dem klassischen Beginner-Szenario mit kleinen Freiflugmodellen („Kleiner Uhu“) im Hand-Schlepp gibt es zwei Schleuder-Segler-Klassen : „Mini-Uhu“ (Freiflugmodell) und „Schleuder-Uhu“ (ferngesteuert) und daneben noch drei weitere Fernsteuerklassen: „Gliding Class“ (Segler mit Windenstart), „Open Class“ (schon ganz nah an der F3B) und „Electric Class“ (Motorsegler). Bis auf die Open Class sind die Bauvorschriften so ausgelegt, dass die Sache mit ein wenig Sponsoring von Oma/Opa/Eltern/Verein oder dem Glück, durch erfolgreiches Fliegen einen der wertvollen Sachpreise zu gewinnen, durchaus auch für Kinder und Jugendliche erschwinglich ist.
Auch wenn es in diesem Jahr (gegen den Trend ?) eher etwas feuchter als in den vergangenen Sommern und leider auch relativ windig zu sein scheint, konnten die Kids schon eine Reihe von Trainingsflügen absolvieren. Die „alten Hasen“ unter ihnen verbesserten ihre Leistungen, die Neulinge machten ihre allerersten „Hüpfer“ – ganz wichtig aber: Alle haben Spaß und lernen, gemeinsam an das Thema Modellflug heranzugehen.
Ach ja, gestern war eine Gruppe aus dem örtlichen Kindergarten/Schulhort zu Gast. Die ganz Kleinen bauten unter Anleitung und mit der Hilfe der größeren Modellflieger-Kinder kleine Segelflugzeuge aus Schaumstoff und durften diese dann auch (wiederum in Regie und unter Anleitung ihrer nur wenige Jahre älteren „Fluglehrer“) austrimmen und starten. Ein gelungener Vormittag, der vielleicht auch den Kindergarten-Kindern den Modellflug-Virus vermittelt hat…
Jetzt, gegen 22:00 zieht so langsam Ruhe im Landjugendheim ein, nur hier und da hört und sieht man noch jubge und jung gebliebene Modellfliger an der Beseitung von Blessuren an den Flugmodellen oder aber an hier vor Ort entstehenden Neubauten arbeiten.
Die Wettervorhersage hat die Organisatoren veranlasst, den ersten Trainingsstart für die „Kleinen Uhus“ auf morgen Früh um 7:00 Uhr vorzuziehen – wer dort gut aussehen möchte, hat seinen Schönheitsschlaf bereits begonnen…
PS: Weitere Fotos werden nachgereicht, wenn das Wetter für’s Fliegen nicht geeignet ist und kein Baudienst ansteht…

Update 30.07.25
Heute Morgen ging’s für die Pilotinnen und Piloten in der Klasse „Kleiner Uhu“ früh raus (Freiflieger sind bekanntlich Frühaufsteher), weil das Wetter passte und für den weiteren Tagesverlauf zumindest heftiger Wind angesagt war. Der Wettbewerbsbeginn war für 6:30 angesetzt. Herrliche Sonne – aber wie’s eben so ist: Den Morgentau hatte sie noch nicht weggeleckt Leute mit kurzen Hosen waren deutlich besser dran, aber in allen Schuhen quietschte der Tau…

Der Wettbewerb wurde straff durchgeführt, nach dem dritten von 5 Durchgängen hatte sich aber der Wechsel von Seilholen, Vorbereiten und eigenem Start recht gut eingespielt.

Die Thermik war nicht unbedingt heftig, aber dafür gab es fast durchweg gute Zeiten und zum Schluss war klar, es würde bei nächstbester Gelegenheit ein Stechen um die ersten sieben Plätze geben.

Also ging’s erst einmal zum Frühstück und danach wurden Trainings- und erste Wettbewerbsflüge in den anderen Uhu-Klassen absolviert.


Gegen Mittag hatten wir dann auch das Lehrer/Schüler-System (leider „nur“ kabelgebunden) für unseren „Falken“ so weit eingerichtet, dass wir uns an das Training für die Schleuder-Uhu-Klasse machen konnten. In die zugehörigen Wettbewerbsflüge konnten wir uns nicht mehr einordnen, aber für Marc, Tim und Mathilda soll diese Woche ja auch zum Einstieg in die Fernlenkfliegerei dienen und Jonathan hatte auch noch nie einen „Schmeißgeier“ am Knüppel gesteuert. Er war aufgrund seiner Vorkenntnisse der Erste und stellte sich dabei so gut an, dass er nach ca. einer Dreiviertelstunde ohne jegliche Sicherung durch das Lehrer/Schüler-System quasi den ersten Alleinflug ohne Sicherung durch das Lehrer/Schülersystem absolvierte und sich damit als Erster von den Vieren freigeflogen hat. Herzlichen Glückwunsch!

Nach dem Abendbrot gabs dann ab 20:00 das Stechen bei den „Kleinen Uhus“ (im Bild rechts die Finalisten). Dem Vernehmen nach gewann Marc mit einer Sekunde Vorsprung von Ben und mit drei Sekunden Vorsprung vor Jonathan. Tim hatte Pech mit der Technik und wurde somit Siebenter. Aber so etwas zu verkraften gehört zu den Tugenden der Luftsportler – er trug’s mit Fassung und hat ja auch noch ein paar Jahre, in denen er es erneut versuchen wird.







Jonathan hatte richtig „Blut geleckt“ und so oblag es ihm (z.T. mit Marc als Werfer), die letzten Flüge des Tages zu machen und das Wetter bis zum Eintreten der „Bürgerlichen Dämmerung“ zu nutzen…










Update 01.08.25
Am Donnerstag ist traditionell der Tag der offiziellen „Eröffnung“. Diese fand dann am Mittag unter Teilnahme des Landrates des Lkr. Anhalt-Bitterfeld, des Präsidenten des Luftsportverbands Sachsen-Anhalt, des Stv. Oberbürgermeisters der Stadt Zerbst und der Landes-Modellflugreferenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt statt.


Bemerkenswert ist die Altersspanne zwischen dem jüngsten Teilnehmer (Konstantin, 3, aus Berlin, hat erstmalig einen „Kleinen Uhu“ geschleppt) und dem ältesten Teilnehmer (Kurt, 94, aus Zerbst) betrug 91 (in Worten: EINUNDNEUNZIG) Jahre. Da sage noch jemand, Modellflug sei nur etwas für vor der Rente stehende Leute…
Mit dabei waren auch die Kindergarten- und Hortkinder aus Zerbst, welche am Dienstag die Wurfgleiter aus Schaum gebaut hatten.

Wie schon im Vorjahr erklärten die Kids dann den Offiziellen und den Vertretern der Presse ihre Modelle und ihren Sport.
Zum Abendessen gab’s dann frisch aus Thüringen „eingeflogene“ Thüringer Bratwürste, von Micha und Hartmut auf dem Grill zubereitet. Und danach standen für uns noch ein paar Trainingsflüge mit dem 1-m-Schmeißgeier an – Jonathan hat dabei ausgibig das Werfen trainiert – er ließ beim Steuern Marc den Vorrang und durfte dafür wieder den Tag mit den finalen (Allein-) Flügen beschließen.


Heute, am 01.08.25 gab´s in der Nacht und am Morgen bis zum späten Vormittag z.T. heftigen Regen, an Fliegen war nicht zu denken. So nahmen wir mit dem Auto die Fähre nach Aken und fuhren ins Technik-Museum Hugo Junkers in Dessau.

Seit unserem letzten Besuch dort hat sich Einiges getan: Nicht nur die Ausstellung ist ergänzt worden, auch der aus Dresden übernommene Windkanal kann jetzt in Funktion erlebt werden. Was lag also näher, als neben einfachen Versuchen mit verschiedenen umströmten Körpern auch einmal die „aerodynamischen Qualitäten“ der Besucher bei ca. 80 km/h zu testen – eine tolle Erfahrung für die Kinder.



Nach dem Mittagessen war Bauen für die Betreuer angesagt: Am Abend sollte der Betreuer-Wettbewerb stattfinden.
Wieder hatte Claus eine Reihe von Meisen-Bausätzen spendiert, die von den Betreuern zu funktionierenden „Schnips-Gleitern“ aufgebaut werden mussten und dann einen maximale Flugzeit von 15 Sekunden erzielen sollten.

Das Sagen hatten bei diesem Wettbewerb die Kids – sie hatten die Wettbewerbsleitung inne und stellen die Sportzeugen. Im Bild links die Teilnehmer mit ihren Modellen Da muss man schon genau hinschauen… 😉




Für eventuelle Nachahmer hier einige Studien zur Starttechnik – auch wenn die individuellen Ergebnisse das Potenzial dieser Technik noch nicht zwingend bestätigen…

Es blieb den meisten Teilnehmern schleierhaft, wie Claus mit diesen leichten Balsa-Gleitern derartige Flughöhen und -zeiten schaffen konnte – jedenfalls dürfte er nach Augenschein in diesem Wettbewerb (wieder einmal) einsam an der Spitze rangieren.

Auch von den Sportzeugen (ein Team im Bild rechts) war zu diesem Thema keine Auskunft zu erhalten…

Danach haben wir noch einmal ein wenig Lehrer/Schüler-Fliegen praktiziert und nach gefühlt 40 Würfen ist auch Jonathan ausreichend ausgepowert…

Morgen ist der Tag der Siegerehrung und wir hoffen auf richtig gutes Wetter zum Fliegen (lassen)…


28. Elbe-Wasserfliegen 2025

Namhafte Vertreter der deutschen Wasserflug-Gilde trafen sich am 05./06. Juli 2025 an der Ausschleppe des WSA Dresden zum 28. Elbe-Wasserfliegen. Das Wetter war top, auch wenn die (vor allem thermisch bedingte) Böigkeit speziell den etwas leichteren Modellen zuweilen heftig zu schaffen machte.
Der Modellflugverein Pirna e.V. und der Modellwasserflugverein Lausitz e.V, allen voran die beiden langjährigen Protagonisten Alex und René, hatten geladen und die Pilotinnen und Piloten kamen von der Ostseeküste, aus Bremen, dem Saarland, vom Bodensee, aus Brandenburg, aus Sachsen Anhalt – und selbstverständlich auch aus Sachsen.
Zu sehen waren vorbildgetreue und auch reine Zweckmodelle. Diese reichten von kleineren „Schaumwaffeln“ bis zum Modell einer Hughes ‚Sproose Goose‘ mit einer Spannweite von 4 Metern. Dessen großes Vorbild hätte mit seiner Spannweite von 97 Metern dann doch schon Probleme auf der Elbe gehabt…
Apropos Schaumwaffeln: für die kleinsten Zuschauerinnen und Zuschauer gab es in der Modellflugzeugwerft die Möglichkeit mit Unterstützung von Mario vom MSV Sachsen e.V. kleine Wurfgleiter zu bauen.
Das vorsorglich vom WSA bereitgestellte Bergeboot musste nur eingesetzt werden, um das eine oder andere bei/nach der Landung vom Wind umgekippte Modell ans Ufer zu holen – das heißt: die im elektronischen Flugbuch (MFSD-Flugbuch-App) dokumentierten 130 Flüge an diesem Wochenende verliefen unfallfrei.
Die Teilnehmer waren sich einig: Ein Flug in geringer Höhe über die Elbe vor der Silhouette der Dresdner Altstadt ist schon rein optisch kaum zu toppen und belohnt die teilweise stundenlange Anreise. Alle, die dabei waren wollen und werden im nächsten Jahr wieder dabei sein.
Hoffen wir, dass sich das rumspricht…
Nächste sächische Station der Wasserflieger in Sachsen wird dann im September der Niemtscher Strand am Senftenberger See sein – wir sehen uns!

(Bilder folgen demnächst)

Die Ausschreibung für den Sonnenwendpokal der Freiflieger ist online

Unser Verein richtet auch in diesem Jahr die Wettbewerbe um den Sonnenwendpokal der Freiflieger aus. Beginn ist am 21.06.2025 um 15:00 auf dem Segelfluggelände Klix bei Bautzen. Die Wettbewerbe enden voraussichtlich am Folgetag gegen 10:00.Wir wünschen Teilnehmern, Organisatoren und Gästen bestes Flugwetter und maximalen Flugsspaß.

Nähere Informationen sind in der Ausschreibung zu finden.

Traditionswettbewerb am 1. Mai 2025

Wenig Wind, dafür viiiel Sonne, Teamwork und Freude, aber auch einerseits Aufregung und andererseits Gelassenheit kennzeichneten die diesjährige Ausgabe des Wettbewerbs.

Wir sahen wieder eine Vielfalt von Modellen:
Vom 65er Boot „von der Stange“ über zwei „echte“ Rennboote und einen Dreimaster bis zu zwar schon lange bekannter, aber bei Modell-Segelyachten eher exotisch anmutender Technik war Alles dabei – Ricco`s Eigenkonstruktion mit Flettner-Rotoren als behauptete sich unter den „Großen Booten“, auch wenn das „Wind-Fenster“ für dieses Boot deutlich enger als für herkömmliche Segelyachten ist.
Ganz besonders schön war es, dass mit Susanne und Paul auch Tochter und Enkelsohn des Initiators und über 20 Jahre auch Organisators des Wettbewerbs, Kristian Töpfer, nicht nur dabei waren, sondern mit Opas Booten auch im Rennen mitgehalten haben.



Start der „Kleinen Boote“







Siegerehrung
Kleine Boote: 1. Jens Röhr, 2. Ricco Beckert, 3. Bernd Haufe
Große Boote: 1. Mario Chon, 2. Ricco Beckert & Winni Neumann
Rennboote: 1. Hans-Jörg Fischer, 2. Matthias Winter






Vergabe des Jugendpreises:
1. Hendrik Lehmann, 2. Alva Lehmann, 3. Rick Lehmann









Abbau der Bojen aus Bautzen

Vielen Dank an die Freunde der Bautzener Regattasegler für die Unterstützung und an dieser Stelle gleich der Hinweis auf den Termin der Regatta an der Talsperre Bautzen – diese findet am 22.06.2025 beim Bautzner Segel Club e.V. statt – Start der ersten Runde wird gegen 10:00 sein.


Ergebnisse in Tabellenform

Kleine Boote

Große Boote

Rennboote

Jugend

Modell-Segelyacht-Regatta um den Kiesgrubenpreis ’25

Der MFSC TU Dresden lädt auch in diesem Jahr zur Regatta um den Kiesgrubenpreis 2025 an der Nordufer der Pratzschwitzer Kiesgrube.
Die Einladung dafür ist jetzt online.

Initiiert von unserem unvergessenen Kristian Töpfer, ist dieser Wettbewerb UNSERE Art, den Ersten Mai zu begehen.
Der Kiesgrubenpreis ist ein Wanderpokal, der bisher in den Klassen
– „Kleine Boote“
– „Große Boote“ und
– „Rennboote“
vergeben wurde.
In diesem Jahr kommt ein weiterer Wanderpreis dazu:
Mit den „Kleinen Booten“ wird auch der „Jugendpreis“ ausgefahren. Damit bekommen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre eine eigene Wertung. Wir hoffen damit einen Anreiz zu schaffen, selbst mitzumachen. Die jungen Skipper dürfe dazu die Boote der Erwachsenen nutzen – das soll die Einstiegsschwelle senken.

Wir hoffen auf gutes Segelwetter und eine rege Beteiligung.

Zum Tod von Kristian Töpfer

Mit unendlicher Trauer müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass unser Vereinsmitglied – vor allem aber: unser guter Freund Kristian Töpfer am 6. Januar 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben ist.
Wir trauern mit seiner Familie und mit allen, die ihn wirklich kannten, um einen wahrhaft ehrlichen Menschen, der seine Meinung nie versteckte und trotz einiger Ungerechtigkeiten, die das Leben für ihn bereithielt, immer positiv auf seine Mitmenschen zuging.
Geboren am 24. September 1935, entdeckte er früh sein Faible für technische Konstruktionen – eine Leidenschaft, die ihn auch für die Modellfliegerei so wertvoll und zu einem echten Urgestein des Modellfluges im Osten Deutschlands machte.

Zunächst studierte er in der zweiten Hälfte der 50er Jahre Schiffbautechnik in Rostock. Neben seiner offensichtlichen Begabung für Technik und Kunst war Kristian vor allem immer ehrlich und sprach seine Gedanken offen und direkt aus – ein lobenswerter Charakterzug, der aber sowohl vor als auch nach der Wende das Entstehen so mancher, bisweilen steiler Klippen in seinem Leben zumindest beförderte. Das Studium durfte er aus heute kaum noch nachvollziehbaren, politischen Gründen nicht mehr beenden und der in Rostock begonnene Segelflug war für ihn fortan tabu. So arbeitete er als Konstrukteur in Dresden und blieb dieser Tätigkeit bis zur Rente treu, auch wenn ihm die verdiente berufliche Karriere in der DDR verwehrt blieb. In den 60er Jahren studierte er im Fernstudium an der TU Dresden Maschinenbau und erarbeitete sich so die akademische Bestätigung als sehr guter Ingenieur.

Fliegerei und Schiffbau haben ihn sein ganzes Leben lang beschäftigt, sei es mit „großen“ Luft- und Wasserfahrzeugen, mit Modellen, am Reißbrett, mit Pinsel und Feder am Pult oder einfach nur bei seiner Arbeit mit dem Schnitzmesser – welches er bis auf eine bekannte Ausnahme sehr gut im Griff hatte. Statt Bits und Bytes blieben seine Kommunikationswerkzeuge Papier, Bleistift, Tuschefeder und Tintenfüller – und das war gut so, weil er damit die (heute:) „Kunst“ des analogen Informationsaustauschs meisterhaft beherrschte.
Ergebnis seines Könnens sind auch viele Modellflugzeuge, die z.T. heute noch – nunmehr in gute Hände abgegeben – am Himmel und auf dem Flugplatz ihresgleichen suchen. Ob z.B. Lippisch-Storch, Do-26 oder seine Aspira C – alles Modelle, welche in der Luft gut aussehen, die man aber auch gerne aus der Nähe betrachten kann. Daneben hat Kristian eine Reihe von „Alltagsmodellen“ für Ausbildung und Wettbewerb entworfen und gebaut, die immer noch im Einsatz sind: Seine KT-80, ein Segelflugzeugmodell für Einsteiger und auch sein 600er Yachtmodell wurden in der „modellbau heute“ als Baupläne veröffentlicht und werden nicht nur in unserem Verein heute noch gern genutzt.
Als in der DDR das Windsurfen so richtig losging, war Kristian dabei. Man stelle sich die Leidensfähigkeit von Frau und Tochter vor, als es erforderlich wurde, im Wohnzimmer und auf dem Balkon den StyroporKern des Surfbrettes erst mit dem Schleifklotz abzustraken und anschließend mit Glasseide zu laminieren…
Wenn Kristian von einer Sache überzeugt war, dann hat er diese auch mit Nachdruck vertreten, ohne allzu streng auf Konventionen zu achten – sei es bei der Moderation einer Modellflugveranstaltung in der DDR, bei der er einen anwesenden General der GST mit „Herr General“ ansprach und den „Genossen“ geflissentlich wegließ oder sei es bei seinem legendären und leidenschaftlichen Zwischenruf auf einer der ersten DAeC-Mitgliederversammlungen nach der Wende, als er den Delegierten den Beitrag des Modellfluges zum Luftsport ins Gedächtnis rief.
Sein profundes Wissen über Technik, Technikgeschichte, Aerodynamik, Festigkeitslehre, Architektur, und Hummeln, … bis zur Geschichte seiner Heimatstadt Dresden waren weit über die Vereinsgrenzen hinaus bekannt und wurden auch sehr gern „angezapft“. Der Stadtrundgang in Dresden im Rahmen eines Deutschen Modellfliegertages ist den noch lebenden Teilnehmern sicher in bester Erinnerung…
Kristian war mehr als 10 Jahre lang Landes-Modellflugreferent und einer der ersten Modellflug-Sachverständigen in Sachsen. Daneben engagierte er sich im Förderverein des Museums auf der Wasserkuppe, im Förderverein zum Wiederaufbau der Frauenkirche und im Verein Dresdner Neustadt.
In den letzten Jahren schaffte er es, auch seinen Enkel ein wenig mit dem Modellbau-Virus anzustecken – man sieht Paul gemeinsam mit Mutter und Vater bei der jährlichen Vereinsregatta, beim Hallenfliegen oder auch als Zuschauer beim von Kristian vor fast drei Jahrzehnten ins Leben gerufenen Elbe-Wasserfliegen in Dresden.

Was bleibt bei uns Modellfliegern neben unserer Trauer?
Die stilisierte Zeichnung der Babisnauer Pappel in unserem Vereinslogo, die Stadtansicht auf den Logos der F3B-WM 2013 und 2025, wie auch viele Scherenschnitte, Zeichnungen und Schnitzereien, die er seinen Freunden geschenkt hat, sind uns wichtige, gegenständliche Erinnerungen.
Aber es bleiben uns vor allem auch sehr viele Erinnerungen an einen lieben, uneigennützigen Menschen, an Stunden, die mit Diskussionen um Details von Flugzeugen oder Schiffen gefüllt waren, an Stunden des Philosophierens über St. Cumulus, die Fliegerei und die Welt, an ein viel zu kleines Zelt, in welchem er bei Wettbewerben übernachtete, an lange Nächte mit unseren tschechischen Fliegerfreunden in Rana, an einen hüllenlosen Sprung in die Elbe, weil das Modell eines Kameraden nach einer unfreiwilligen Wasserlandung abtrieb, an schier endloses Kreisen um den Landepunkt, an Sätze wie: „…und golden glänzte das Holz der Nasenbeplankung in der Abendsonne…“, …
… und an Kristians Herzlichkeit.
All das bleibt.

Was nun fehlen wird, ist Kristian.

MFSC TU Dresden e.V.
Luftsportverband Sachen e.V.

German Open F3F 2025

Liebe F3F-Begeisterte,

es ist wieder soweit, die German Open 2025 findet im Jahr 2025 nach einer kurzen Pause ihre Fortsetzung.

Unten stehend findet ihr die Ausschreibung, bzw. das Bulletin auf Englisch. Wir freuen uns auf rege Teilnahme, diesmal an einem etwas anderen Datum und mit neuem Organisations- und Helferteam.

Weitere Infos werden zu geeigneter Zeit hier veröffentlicht.

peace and love!
Erik

Willkommen 2025!

Das Jahr 2024 ist Geschichte.

Nun wäre es sicher falsch, das vergangene Jahr so einfach abzuhaken – auch wenn manche(r) aus den verschiedensten Gründen versucht sein könnte, dies zu tun. Es gab doch aber eigentlich für Jede(n) bestimmt etwas Positives – sei’s in der Familie, beruflich oder auch (das ist unsere Hoffnung) fliegerisch. Eine gediegene Rückschau auf das Vergangene ist hilfreich, um Lehren, Vorsätze oder auch „nur“Hoffnungen für das Kommende zu formulieren. Damit aber genug der Prosa.

Der Vorstand des MFSC TU Dresden e.V. wünscht allen Modellflugbegeisterten, die auf dieser Seite vorbeischauen, ein vor allem gesundes, friedliches und in allen Lebensbereichen erfolgreiches Jahr 2025!

Das Jahr begann für die Fernlenkflieger des Vereins und die Gäste am Platz traditionell mit dem Neujahrsfliegen am 01.01.2025. Die Freiflieger zogen dann am Wochende mit ihrem Neujahrsfliegen in Klix nach. Während diese zumindest am Samstag weitgehend „freiflugfreundliches Wetter“ hatten, gestaltete sich der Neujahrstag an der Babisnauer Pappel ziemlich knackig, was Wind und Wetter anging (siehe Bild oben). Von den Vielen, die gekommen waren, um die neue Flugsaison gleich am ersten Tag des Jahres zünftig zu eröffnen, gab es tatsächlich Einge, deren Modelle und mentale Verfassung geeignet war, bei Windgeschwindigkeiten von bis zu (lt. Wetterstation am Platz) 22 m/s und Temperaturen um den Gefrierpunkt das Jahr mit ein paar heißen Runden am Hang zu beginnen. Selbst Kristians „Aspira C“ wurde von Jochen in die Luft gebracht und musste sich unter den Freestylern nicht wirklich verstecken. Kristian wäre stolz gewesen, seine Aspira bis in den Bereich der Festigkeitsgrenzen belastet zu sehen. Hut ab vor dem Erbauer und vor dem Piloten! Hut ab auch vor allen, die ihren Modellen an diesem Tag die Sporen gaben…

Das Jahr 2025 hat also begonnen – (modell)fliegerisch haben wir wieder viel internationales Flair in Deutschland zu erwarten: Drei Weltmeisterschaften (davon zwei in Sachsen) werden im Sommer über die Bühne gehen. Das wird für alle, ob Teilnehmer, Helfer oder „nur“ Zuschauer in jedem Fall interessant. Dazu kommen einige World Cup-Wettbewerbe und eine Menge nationaler und internationaler Wettbewerbe, die auch von Mitgliedern unseres Vereins in irgendeiner Form besucht werden. Neben den Wettbewerben wollen wir uns aber auch wieder ganz entspannt auf der Wiese oder zum Wasserfliegen treffen und auch den Neu- bzw. Quereinsteigern sowie der Jugend helfend unter die Arme greifen.

Lasst uns einfach Spaß haben an der Modellfliegerei – egal ob bei hartem Wettbewerbsstress oder eher entspannt und der puren Freude wegen!

5. Unstrut Open F3F auf dem Segelflugplatz Laucha

Es war wieder ein wunderbarer F3F-Tag am geschichtsträchtigen großen Hang von Laucha. Bei wechselnden, aber dennoch gut fliegbaren Bedingungen, gab es am Ende mit Christian Fiedler, Robert Matthes und Wolfgang Lehmann verdiente Sieger und Platzierte. Unser Dank gilt dem Veranstalter, allen voran Robert Matthes und seine Helfer des Vereins TU Dresden e.V. für die gute Organisation und Durchführung. Vergessen wollen wir auch nicht die wohlwollende Unterstützung durch den örtlichen Verein MFSC „Unstruttal e.V.“ Und neben den üblichen Verdächtigen und Urgesteinen gab es auch bei der diesjährigen Ausgabe wieder neue Gesichter, diesmal u.a. aus dem Raum Braunschweig. Man hatte den Eindruck, dass sie „infiziert“ worden sind und der eine oder andere dadurch auch dauerhaft neu zur Szene stößt. Ein schöner und gewollter Effekt dieser unterschwelligen, kurzfristig angesetzten Wettbewerbe. Auch der letzte Rügen-Wettbewerb in der Organisation von Erik Schufmann hat sich da verdient gemacht. Da mit dem Riesling Cup von Jens Thomasser parallel ein weiterer derartiger Wettbewerb stattfand, spricht für die gute Entwicklung und die Vitalität der Klasse F3F nicht nur im Spitzenbereich. Vielen Dank also nochmal an alle Helfer und Piloten. „Man sieht sich wieder an diesem Ort“, war der vielfach geäußerte Wunsch beim Abschied.

FD 24.11.2024

Der Hang von Laucha und die wunderbare Aussicht auf das „weinselige“ Unstruttal sind immer wieder beindruckend.
Robert Matthes, Alexander Tahn und Uwe Walter vom Verein TU Dresden als Veranstalter
Und der „Altmeister“ lässt es sich nicht nehmen, den Finger am Drücker zu halten…